Die Sonne und der Fotograf

Endlich ist er da. Euer schönster Tag. Ihr heiratet heute und ein erster Blick am Morgen aus dem Fenster verspricht einen wunderschönen Sommertag. Keine Wolke am Himmel, die Sonne scheint, die Vögel pfeifen. Genau, wie ihr es euch gewünscht habt und die Freude steigt noch mehr.

 

Euer Hochzeitsfotograf schaut auch aus dem Fenster und denkt sich "Ach nein, muss das sein?". Natürlich gönnt euch jeder Hochzeitsfotograf einen wunderschönen Sonnentag. Nur eben für die Fotos ist das gar nicht gut. Verursacht bei euch die Sonne Glücksgefühl und Freude, so wird das bei der fotografierenden Gattung von Wolken ausgelöst.

 

Das verstehen nur Fotografen und ich verbringe viel Zeit mit dieser Aufklärungsarbeit. Sowohl mit meinen Hochzeitspaaren im Vorgespräch, bei sonstigen Kunden von verschiedensten Outdoorshootings bis hin zu Teilnehmern von meinen Fotokursen.

"Was hast du denn gegen die Sonne, sieht doch alles wunderschön aus?". Nein, eben nicht. Hast du in der prallen Mittagssonne (ja und ungefähr um diese Uhrzeit planen die meisten Hochzeitspaare irgendwo ihre Paarfotos ein) schon einmal deinem Gegenüber ins Gesicht geschaut? Und die Sonnenbrille soll mal weg. Was siehst du? Genau, einen Pandabären. Da die Sonne von Oben kommt, die Augen tiefer in den Augenhöhlen liegen und je nachdem noch eine mehr oder weniger ausgeprägte Augenwulst ergeben Schatten um die Augen. Auch der Nasenschatten, welcher weit über den Mund hinunterragen kann, macht sich nicht so schön auf den Fotos.

 

Weiche und schöne Hochzeitsfotos sind bei diesem prallen Sonnenlicht schlicht unmöglich. Darum suchen gute Hochzeitsfotografen in dieser Situation nach Schattenplätzen.

Als ich die Fotografie angefangen habe zu erlernen, hiess es noch, man dürfe alles, bloss nicht gegen die Sonne fotografieren. Das waren noch analoge Zeiten und ich kann mir vorstellen, dass man es einfach nicht gemacht hat, weil das Ergebnis schwierig zu steuern ist. Die Sonne im Rücken ein bisschen mehr oder weniger hinter einer Person, Bergkante oder weiss ich nicht wo verstecken oder hervorlassen ergibt krasse Unterschiede. Von einem schönen Glow um die Person bis zur vollständigen Überstrahlung der Person ist alles möglich. Und das konnte man in den analogen Zeiten ja nicht mal eben schnell am Display kontrollieren.

 

Fotografiere ich gegen die Sonne, hört man oft Kommentare von vorbeigehenden Passanten. In die Richtung von wegen "Das kann ja nichts werden". Der alte Irrglaube, gegen die Sonne fotografiert man nicht, hat sich also ziemlich in den Köpfen der Leute verankert.

 

Für softe Hochzeitsfotos ist sogar NUR das Fotografieren gegen die Sonne wirklich toll (Wir sprechen hier von Fotos MIT Sonne. Ohne Sonne, sprich im Schatten oder bei bewölktem Himmel sind natürlich ebenso schöne Fotos möglich). Von der Beleuchtung des Brautpaares würde es auch gehen, wenn das Brautpaar in die Richtung der Sonne schaut. Aber nur von der Beleuchtung her. Wie die zugekniffenen Augen aussehen, kannst du dir selber vorstellen.

 

Gegen die Sonne fotografieren funktioniert natürlich nur, wenn die Sonne tief genug ist und ich sie hinter dich bringen kann. Am allerbesten ist die sogenannte Goldene Stunde. Alle Fotos in diesem Beitrag wurden während dieser aufgenommen.

 

Die Goldene Stunde wechselt ständig. Sie kann hier für deinen Hochzeitstag berechnet werden.

Selbstverständlich wird dich jeder gute Hochzeitsfotograf bei einem Vorgespräch über alle Möglichkeiten genau informieren, damit es auch bei deiner Traumhochzeit wunderschöne Fotos gibt.

 

Herzliche Grüsse

Chris

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